Susanne Habermann

Texthaus: Was machst du im Texthaus, Susanne?

Susanne: Seit August 2020 übernehme ich die verschiedensten Arbeiten – Einkaufen, Gassi gehen mit Fips und alles, was im Haushalt so anfällt. Gerade jetzt hatten wir einige Aktionen: Schränke ausräumen, den Inhalt sortieren und alles neu ordnen. Es gibt immer genug zu tun!

Texthaus: Was hat du vorher gemacht?

Susanne: Das, was ich hauptberuflich immer noch mache. Ich bin Künstlerin und Illustratorin, habe als solche auch schon für das Texthaus gearbeitet. Ich habe an der Kunstakademie in Nürnberg freie Malerei studiert. Ich mache fotorealistische Arbeiten und Zeichnungen, vor allem Porträts. Das sind dann meistens Auftragsarbeiten, zum Beispiel von Eltern, die ihr Kind porträtieren lassen oder ein Porträt vom Hund als Weihnachtsgeschenk haben möchten. Das Besondere ist, dass ich fast ausschließlich mit Buntstiften arbeite.

Texthaus: Wie bist du zum Texthaus gekommen?

Susanne: Ich kenne Andrea seit 2011. Da haben wir uns auf einer Ausstellung mit Frauen aus Fürth kennengelernt – die „Kunstgucker“, ich kann mich noch gut daran erinnern. Wir sind in Kontakt geblieben. Und jetzt hat es sich so ergeben, dass Andrea jemanden suchte und ich einen zusätzlichen Job gut brauchen konnte. Denn Corona wirkt sich auch bei mir spürbar aus. So entfallen zum Beispiel die Zeichenkurse, die ich gegeben habe. Und die Veranstaltungen, zu denen ich hingehe, um dort Leute zu porträtieren, fallen ebenfalls weg …

Texthaus: Was gefällt dir besonders gut an deinem Job im Texthaus?

Susanne: Es ist eine angenehme Arbeit, die auch Spaß macht. Und man bekommt sehr viel mit, weil eigentlich immer was los ist.

Texthaus: Was machst du gern in deiner Freizeit?

Texthaus: Was machst du gern in deiner Freizeit?

Susanne: Ich lese sehr viel. Und ein Hobby von mir, das sich auch gut mit meiner künstlerischen Tätigkeit verbinden lässt, sind LARPs, an denen ich gemeinsam mit meinem Freund teilnehme. LARP steht für Live Aktion Role Playing. Darunter versteht man Rollenspiele, die in unterschiedlichen Epochen angesiedelt sind, zum Beispiel im Wilden Westen oder im Mittelalter. Die finden über ganz Deutschland verteilt statt, in entsprechender Umgebung, und die Teilnehmer übernehmen bestimmte Rollen aus dieser Zeit, also im Western zum Beispiel Banditen oder Soldaten … Das, was dann stattfindet, könnte man als eine Art großes Improvisationstheater beschreiben. Sehr viel Wert wird auf die möglichst detailgetreue Ausstattung gelegt: da gibt es zum Beispiel einen Schmied, der für Ritterturniere Pferde anfertigt hat, die auf Eisenbahnschienen laufen, um den Ablauf von so einem Turnier ganz realistisch simulieren zu können. Auch die Spieler verwenden viel Mühe und Phantasie auf die passende Gewandung, die bis ins kleinste Detail stimmig sein und in die Zeit passen sollte. Das alles ist natürlich sehr aufwändig. Für mich ergeben sich dabei wunderbare Zeichen-Motive – und bei unseren Mitspielern sind diese Zeichnungen gefragt, als stilistisch passende Erinnerung.